Herzkammernhamster, Auszug aus „Konfusius sagt“


Ökosystem Herzkammernhamster

Hier will ich euch mal erklären, wie das mit den Gefühlen ist und was der Herzkammernhamster eigentlich damit zu tun hat. Also!

Der Herzkammernhamster ist das Tier, das sich im Herz eines jeden Menschen einnistet und dort das emotionale Laufrad antreibt. Dieses wiederum treibt den Emotionsmotor, also  unsere Herzen an. Jeder kennt doch das Gefühl, wenn einem das Herz rast oder pocht. Dieses Rasen und Pochen wird durch starke Emotionen verursacht, durch Situationen, die der Herzkammernhamster mit seinem Geruchssinn erspüren kann. In solchen Situationen kommt er aus seinem Unterschlupf, der Herzkammer, hervor gekrochen, springt in das Emotionsrad und fängt an zu rennen.

Sein größter Gegenspieler ist das Nasenwindrad. Es sitzt tief in der Nase eines Menschen und wird von äußeren Einflüssen und Fakten angetrieben. Sicher kennt ihr ja das Sprichwort „Von etwas oder einer Sache Wind bekommen“! Das kommt genau daher. Das Nasenwindrad versorgt nämlich unser Gehirn mit Strom. Im Gehirn befindet sich die Stadt des Wissens. Sie besteht aus ganz vielen kleinen Lampen, die zum einen von der Herzkammernenergie des Emotiionsmotors und zum anderen von der Windenergie des Nasenwindrades mit Strom versorgt werden. Je mehr ein Mensch diese Energien aufnehmen und verarbeiten kann, umso mehr leuchten die Lampen in seinem Gehirn. Sicher kennt ihr ja auch die Redensart „Helle-sein“. Die kommt auch genau daher.

Nun sind beide Energieversorgungsmethoden deshalb so oft Gegenspieler, weil es nicht einfach ist, beide Energien zugleich einzuspeisen. Es kann dabei nämlich zu Energieüberversorgung kommen, wodurch so manch eine Lampe in unserem Hirn durchbrennen kann. Es kann aber auch zu Kurzschlüssen kommen. Das ist dann oft der Fall, wenn man aus den Gegebenheiten voreilig Schlüsse zieht, ohne alle Aspekte ausreichend abgewägt zu haben. In unserem Gehirn wurden dann die verschiedenen Energien dirket zusammengeführt, ohne sie vorerst auf ein Spannungsniveau zu bringen. Jetzt wisst ihr auch, woher die Redensart kommt, dass jemand überspannt, überreizt oder kurz angebunden ist.

Hat jemand jedoch eine lange Leitung, so kann das auch verschiedene Ursachen haben. Oft liegt es aber eher an defekten Emotionsrädern oder Nasenwindrädern, als an den zu langen Leitungen, die nämlich meist die gleiche Länge besitzen. Manchmal ist der Herzkammernhamster auch krank oder gar tot. Er ist nämlich eine empfindliche Tierart, die schon seit längerer Zeit vom Aussterben bedroht ist. Er bedarf der herzlichen Fürsorge, man muss ihn regelmäßig füttern und seinen Käfig, also sein Herz auch mal sauber machen. Viele Emotionen können ihn belasten, wenn man sie nicht richtig verarbeitet oder sich nicht auf sie einlässt. Gefühlskälte oder Depressionen sind dann oft die Folge. Ebenso  verhält es sich mit dem Nasenwindrad. Wie jede technische Errungenschaft, bedarf sie der regelmäßigen Wartung und Pflege. Außerdem muss man erst lernen, mit seinem geistigen Antrieb umzugehen, man braucht also das Know-How für den Betrieb und die Wartung seines Nasenwindrades. Dieser Prozess ist schwierig und dauert ein Leben lang, verläuft bei vielen aber recht erfolglos.

Nun wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt,  wird ein Ökosystem nicht nur von einem Tier, sondern von vielen bewohnt, die sich gegenseitig ergänzen und den Kreislauf des Lebens erst möglich machen. Ich könnte euch jetzt vom Nasennebenhöhlenbär erzählen, der bei vielen Menschen für das Schnarchen verantwortlich ist oder von der Gehörmuschelschnecke, die einem die Ideen und Gedankenblitze zuflüstert. Aber ich will euch lieber von den Tieren erzählen, die in friedlicher Koexistenz oder Symbiose, manchmal aber auch in fataler Konkurrenz zum Herzkammernhamster unseren Körper bewohnen.

Da hätten wir einmal die Bauchschmetterlingsraupe. Sie bewohnt wie auch der Herzkammernhamster zunächst unser Herz. Dort ernährt sie sich ähnlich wie die Sehnsuchtsmottenraupe, aber zu der kommen wir gleich, von den Blumen, die dort auf dem Mist des Herzkammernhamsters wachsen. Der Mist unseres kleinen Hamsters ist nämlich ein ausgezeichneter Nährboden für jegliche Gefühle, die aus der Liebe erwachsen. Diese Gefühlsnährstoffe, wie das Verliebtsein, die Liebe selbst, aber auch die Sehnsucht und der Kummer wie auch der Hass sind in den Blüten, Blättern und Dornen dieser Blumen enthalten. Sicher könnt ihr euch schon denken, wo sich welche Gefühle befinden könnten.

Hat nun die Bauchschmetterlingsraupe genug gefuttert, verpuppt sie sich und wird zum Bauchschmetterling, der dann auch zielgerecht zum Bauch hinfliegt, wo er sich von den Magenglühwürmchen ernährt. Diese ernähren sich hauptsächlich vom Verliebtseinsmist des Herzkammernhamsters. Alle diese drei Tiere bilden eine wundervolle Symbiose für die Liebe in uns.

Gefährlich allerdings ist die Sehnsuchtsmotte. Sie ernährt sich im Gegensatz zum Bauchschmetterling direkt vom Hamstermist. Allerdings wirkt ihr Flügelschlag in uns nicht wie der des Bauchschmetterlings glücklichmachend, sondern macht uns tieftraurig. Nun fliegt ja jede Motte ins helle Licht. Bei einem normalen Menschen würde die Motte nun vom hellen Leuchten unserer Mundöffnung, aber vor allem unseres Gehirns nach oben gelockt und würde uns dann durch den Mund verlassen oder vom Frosch im Hals gefressen. Sind wir aber verbal zu verschlossen oder nicht helle genug im Kopf, kann es passieren, dass die Sehnsuchtsmotte das Leuchten der Magenglühwürmchen mit dem unseres Gehirns verwechselt und in den Bauch fliegt, wo sie nur sehr schlecht wieder heraus findet und entsetzliche Schmerzen verursachen kann.

Manchmal kann es auch passieren, dass ein Bauchschmetterling noch nicht richtig entpuppt ist, vor allem dann, wenn ein Partner in einer Beziehung nicht so heftig liebt oder fühlt wie der andere, den anderen vielleicht sogar verlässt. Dann mutiert auch der Bauchschmetterling zur Sehnsuchtsmotte, aber einer sehr seltenen Unterart, der untoten Sehnsuchtsmotte. Im Gegensatz zur normalen Sehnsuchtsmotte unterscheidet sie sich optisch überhaupt nicht vom Bauchschmetterling und verursacht die schlimmsten Arten des Kummers bis hin zu Depressionen. Während die normale Sehnsuchtsmotte höchstens ein unglückliches Verliebtseinsgefühl hervorruft, so ist die untote Form für jede Art des harten Kummers, der unglücklichen Liebe, des Gefühls des Verlassenwerdens verantwortlich. Wie ihr Name schon sagt, so ist sie noch schwerer loszuwerden als die herkömmliche Sehnsuchtsmotte, wenn überhaupt.

So nun habt ihr einige Tierarten in unserem Körper und aus dem Ökosystem des Herzkammernhamsters kennen gelernt. Vielleicht erzähl ich euch irgendwann einmal auch von all den anderen Tierarten, die uns so bevölkern, wie dem Vogel, der das Irrsinnszentrum in unserem Gehirn bewohnt, dem Kater in unserer Leber oder dem Schluckspecht in unserem Hals, der sich am liebsten von Halsfröschen und Alkohol ernährt.

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