Alter Trott


Ich ging wieder alleine nach Hause. Müdigkeiten und dieser eine Punkt, an dem meine Freude am Feiern mit Freunden in melancholisch alkoholisches  Erinnern verfiel, hatten mich auf die Heimreise geschickt. Meine Freunde versuchten mich noch aufzuheitern, doch im Wein lag nun mal die Wahrheit. Ich war wieder an meinem T-Punkt angelangt und jedes noch so rockbare Lied ließ mich trauern. Die Ironie dröhnte in rhythmischen Akkorden auf mich ein, selbst mein MP3-Player schloss sich den Suggestiven an. Ich ging gerade an der evangelischen Kirche vorbei, als Flashlight- Effekte und tiefe Basstöne aus dem zweiten Stock des Kirchturms hervordrangen. Selbst die Frommen machten offenbar Party.  Es war drei Uhr morgens und die Kirchenmäuse tanzten in ihren Türmen, während ich vorbei schritt, in Gedanken im alten Trott. Ich überlegte kurz, mal nachzusehen und ob Kirchenmäuse hübsch sind. Doch je älter ich wurde, umso weniger blieb ich der Alte und heute Abend wollte ich nicht so alt werden. In der Disko liefen jetzt wohl noch mehr Klassiker, Stereotypen und Analogfrauen. So hatte ich mich doch rechtzeitig verabschieden müssen, bevor all meine Assoziationen Gestalt annahmen. Meine Gedankenknetmasse, an der ich nagte und griffelte, war schwer verdaulich und doch leicht zu formen. Schon zogen ganze Landschaften vor meinem inneren Auge vorüber und verbogen sich zu einer Spielwiese aus auf wahren Begebenheiten beruhenden Erinnerungen und Phantasien. Wieder führte Ach-Hätt- Er-Doch die Regie und Dies-und-Ines die Produktion.

Die T-Frau schrieb an meinem Drehbuch rum und ritzte zum wiederholten Mal ihr „Ich war hier“ in den Schreibtisch. An der alkoholinjizierten T-Sohle angelangt trottelte der alternde Trotter endlich in die Realität zurück und bemühte sich nicht länger des Lächelns oder des Erinnerns. Er schrieb sein Drehbuch einfach um, ließ es ruhen und sich ausnüchtern. Es war nur dieser eine Tropfen zuviel, der ihn zurückgespült hatte, aus dem Jetzt hinaus. Falle in ein tiefes Loch, während du zum ersten oder ernsten Mal den schönsten Song der Welt hörst und er wird ewig eine negative Attitüde haben, wird nie dir zum Besten gegeben der Beste sein, sondern der Schlechteste! In diesem Falle öffnet sich durch Prozentiges dieses Loch unter dir und du trittst ein in Haltloses durch des Erinnerns Falltür.

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