Frühgeboren


Frühgeboren

 

Menschen hinter glasigem Bild

schimmern kittelweiß, atemlos.

 

Münder hinter Tuch gehüllt

küssen den eigenen Atem bloß.

 

Hände hinter Glas und Schlauchgeruch,

ihre Finger kittelweiß, gesichtslose Mienen,

gummiartig meine Schläuche testend.

 

Lächelnde Augen über lippenlosem Tuch

starren ohne Halt. Zwischen mir und ihnen

ein Käfig aus Fenstern und kittelweißen Westen.

 

Wie sie sich vor mir schützen!

Wie ansteckend muss ich doch sein,

bedrohlich, anders als sie… immer hinter Glas,

in weiter, weiter, so enger Ferne.

 

Deckenlichter immer blitzen…

Bitte, ihr Kittel, lasst mich nicht allein!

Meine Augen suchen ihre am Himmelsglas…

verängstigt mich blickende Müttersterne.

 

Wer seid ihr im schutzsuchenden Engelsweiß,

wo schiebt ihr mich hin?

Bitte lasst mich nicht allein!

 

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