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Kategorie: Über Liebe und Sehnsucht

Nun zu einem Thema, das sich mitten ins klassische Kernfeld der Poesie begibt, nämlich der Liebe, der Sehnsucht, der Schwärmerei und natürlich auch dem Kummer, genauso wie dem Schmerz und dem Hass. Nirgends war -und hier oute ich mich ganz autobiografisch- die Spannung so groß wie im Verhältnis zwischen Mann und Frau und selten findet ein Dichter in einem Bereich so viel Platz für echte Gefühle, für Übertreibung, für Lug und Trug, für Träumereien und Leidenschaft, für Erotik, für Ironie, Sarkasmus und Humor. Es ist erstaunlich, wie nahe sich all diese Dinge gerade in der Liebe lagen. Ich will nicht behaupten, dieses Geflecht zu akuten Zeiten entwirrt zu haben und so sehe ich die folgenden Werke als meine ganz persönlichen Lehrstunden und –Jahre. Es waren verzweifelte bis euphorisierte Versuche, Herr der Lage zu werden.

Später schaute ich darauf, um festzustellen, dass ich die ganze Zeit nur ein Herr in einer misslichen bis glücklichen Lage war. Am Ende bleibt eines bestehen: Liebe. Sie ist geblieben. Immer. Diese Erkenntnis sollte meine Gedichte nachhaltig verändern…

Alles andere bleibt außerhalb von allem Autobiographischen und ist in aufmerksamer Beobachtung meines Umfeldes entstanden.

Der fließende Garten


Der fließende Garten Dem unendlichen Strom flüssig warmer Erdenluft anheim schwimme ich wie ein Wels auf dem kristallklaren Grund des plätschernden Frühlings. Kieselblumen himmlisch duftend zwischen blühendem Fels sich munter blubbernd recken aus dem grünem Meer zur blauen Sonne, deren Wellenstrahlarme den Himmel bedecken. Als läge ich in korallengras-buntem Blütenfang fliegt über mir ein Tagtraumschwarm, der Schmetterlinge Flossenschlag meines Herzens strömenden Blick entlang.   Wo jeder Gedanke Wolkenschilf um Märchen zieht, ein Federsamen in zarter Hand wehenden Sinnen flieht uralte Bäume zu pflanzen, in dir, der Göttin Irdenland, dort …liege… Read more Der fließende Garten

Schwere- lose Kost


Schwere-lose Kost Gedankenhungrig kauten meinen Augen alt erdachtes Brot. Auch Wolken, Sterne grübelten noch rangen selbst dem Regenbogen Geschmäcker ab. Der alten Gefühle satt, im Bauch so schwer, sah ich nur in des Himmels schwarz- und blau- verlorenem Meer jenes Salzkorn Hoffnung, das mir einen Tropfen lang trauernd schön, mit Zuversicht von der Wange rann. Sauersalzig- bittersüß verging mein Blick auf meiner Wimpern Lippen… Umami träumend nuckelten sie am Horizont.

Im Café


Im Café, da bin ich nicht mehr ein Zeuge oder Voyeur als meine Sinne sich über die Tischkante zu strecken wagen. So sah ich sie ihr Ohrläppchen kneten, mit gestütztem Kinn – verloren lächelndem Blick – voll erotischer Wonne zu den Worten, Gesten ihres muntren Gegenübers hin zu schmelzen, versinken. Ihre Pupillen tanzten Walzer, seine Augen zärtlich in ihren Wimpern haltend. Ihre Wangen trugen Rot, wiegend in seiner Verse Takt… den Kopf innig warm zu seinem Antlitz geneigt. So wie ihre Welt bilderrauschend zu meinem Tisch geweht, so entrückt mein… Read more Im Café

Geist dieser Zeit


Geist dieser Zeit Als die Sonne schien, da nahm ich deine Hand und lächelte dir zu, voller Glück, aller Tage Liebesband mit dir zu teilen. Als der Regen kam, als ich sah, wie du strauchelnd fielst, noch im Fallen dich an mir hieltst, da ließ ich dich los, wankend, taumelnd im Wind, voller Glück, nicht mit gleichem Los neben dir zu sinken. Als du zu Boden und ich weiter meiner Wege ging, sah ich nur nach vorn, den Weg ohne deiner Hand Halt suchenden Last, wie gut, dass du… nicht… Read more Geist dieser Zeit

Es gab ein Bild


Es gab ein Bild… Das wir gemeinsam malten, dessen Farben aus Träumen zu einem fernen Blick gerührt, noch immer nah meiner Augen Wände ziert. Es gab ein Bild… Das… Kreideskizzen von Glück auf unsrer Himmel Streifen zu zeichnen, Wegzweige, Wolken und Meere ineinander webte. Es gab ein Bild… Das wir gemeinsam sahen, das in Händehalten am Horizont, einem stillen Wunsch gelegen, zärtlich in uns lebte. Es… gab ein Bild… Das… wir gemeinsam… verloren und übermalt… von schwarzen Pinseln geführt, noch immer bunt meiner Augen Wände ziert.

Tagwerk – Alte Zauberwiese


Tagwerk Alte Zauberwiese So verblassen meiner Kindheit Gärten, Kirschblütendecken auf taubem Moos, Unter gefälltem Dach unendlich groß, Unter euch, altgrauen Traumgefährten. Malten Regenbogenwolken, drei an der Zahl, Von Kinderhänden auf vergilbtes Papier, Sehnten meine Finger sich nur nach dir, Kritzeln dein Lächeln in jeden Sonnenstrahl Deine Züge strichmännchengleich Hautfarben, radiert, tränenbleich, suchen wachsmälernes Händehalten. Sahen ein Haus, drei Kinder, einen Hund Hinter Schornsteinrauchkringeln zukunftsbunt, Unseren Zauber auf Papier erkalten.

Wieder sehen – Hoffnungshalme


Hoffnungshalme Wieder sehen Dich… so vertrautes Lächeln, so oft schon gesehen, aus den Augen verloren, um Jahre zu zählen, uns Blätterreisende hierher zu tragen. Und doch heute wie zum ersten Mal… sehen wir uns! Wie neu geboren: Ein ganzes Leben in tiefes Augenblicken, Verstehen gehüllt! Am ganzen Leib… Herzzittern in deinen warmen Händen behutsam gehalten von Tränenlächeln, deinem Blick erfüllt, all mein, unser Schicksalswenden in dir, uns… einem Wimpernflüstern still geborgen lag… Um kein Glück der Welt wollte ich diesen Tag ungeschehen erträumen.