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Kategorie: Über Liebe und Sehnsucht

Nun zu einem Thema, das sich mitten ins klassische Kernfeld der Poesie begibt, nämlich der Liebe, der Sehnsucht, der Schwärmerei und natürlich auch dem Kummer, genauso wie dem Schmerz und dem Hass. Nirgends war -und hier oute ich mich ganz autobiografisch- die Spannung so groß wie im Verhältnis zwischen Mann und Frau und selten findet ein Dichter in einem Bereich so viel Platz für echte Gefühle, für Übertreibung, für Lug und Trug, für Träumereien und Leidenschaft, für Erotik, für Ironie, Sarkasmus und Humor. Es ist erstaunlich, wie nahe sich all diese Dinge gerade in der Liebe lagen. Ich will nicht behaupten, dieses Geflecht zu akuten Zeiten entwirrt zu haben und so sehe ich die folgenden Werke als meine ganz persönlichen Lehrstunden und –Jahre. Es waren verzweifelte bis euphorisierte Versuche, Herr der Lage zu werden.

Später schaute ich darauf, um festzustellen, dass ich die ganze Zeit nur ein Herr in einer misslichen bis glücklichen Lage war. Am Ende bleibt eines bestehen: Liebe. Sie ist geblieben. Immer. Diese Erkenntnis sollte meine Gedichte nachhaltig verändern…

Alles andere bleibt außerhalb von allem Autobiographischen und ist in aufmerksamer Beobachtung meines Umfeldes entstanden.

City Lights – Mindtears


City lights Mindtears Dir um ein Haar… viel zu nah greife ich in die Nacht hinein, der Stadtlichter Tropfenregen strömt an die kleine Terrasse, den vierzehnten Stock hinauf, in eine Laternengasse, dem einsamen Auto nach, biegt Scheinwerferleuchten gleich unter mir um eine schlafende Häuserecke, fährt mit einem Bild von dir den Erdschatten entlang… Der Stadtlichter Tropfenregen wölkt meine Stirn der Dächerwangen Abendrot hinab, ein Salzsternfunkeln, tränenhelle Fensterferne im Gedenken deiner… blicke still im Dunkeln.

Artemis


Hoffnungshalme Artemis In Liebe der Deva des Sonnenwendkrauts Spur um Spur füßeschreitend unscheinbar am Wegesrand jeden Schritt mich begleitend, in weit gefächerten Blütenkronen schrickst du meine Weg-Dämonen in gütiger, heilender Zier. Sonnenwacherin, tötest jedes Sein, das in mein Innerstes schadhaft zielt, reinigst meiner Herzlichtung Seelenhain. Mich in die Welt sanft entbindend, sehe ich Schmerz und Wunden dich stillen, mich mit dir verbindend, in andere Welten zu reisen, wo ich meine Ahnen, Herzwesen treffe, die Hand mir haltend, frei.

Love Berlin – Eine Zeitreise


Love Berlin Eine Zeitreise Einer schwangeren Auster Glockenschlag weht schwarz-weiß scheinenden Laternenklang Nebel, Tiergestöber die Spree entlang. Zwölf Kerzen erlöschen im Zeitennebelfang, der sanft motorend lag in unserer Träume Gang. Um Mitternacht eines Wagens Türenschlag, Paul Klees und Bertolt Brechts „Guten Tag“, die Reise beginnt, nimmt uns in Empfang, Lächeln in der Bar, dazu ihr umrauchter Gesang, Der Zwanziger Atem in unsren Lungen lag, nur eine Nacht… in unserer Träume Gang.

But the rhyme is fett


But the rhyme is fett! Eine Ode an „Füchse“ von den „Absoluten Beginnern“ Der rhyme, der rhyme is fett Und… meine Ex Sie geht nun mit meinem exbesten Fuchs ins Bett. Der Fuchs, das gerissene Tier, er stahl die Liebe mir, gab vor ein Freund zu sein, drang nur in meine Beziehung ein. Er wartete, schlau wie er war, auf das Ende, wie es in der Krise nur abzusehen war, war da, wo es zu trösten galt, ihren Kummer, jede kleine Brise, eine Axt im Wald und er die stolze… Read more But the rhyme is fett

Aus einem Fenster über Berlin


Aus einem Fenster über Berlin… gekippt, über eckigem Wolkengrund fallen meiner Gedanken Betonflügelfedern, krachen in tausend hupende Lichterträger. Ein Spree- Spatz frisst mir das Lebenauflesen, Michwiederfinden krumenweise aus der Hand, lässt Lächeln zurück. Aus einem Fenster über Berlin fließt Kerzenwachs, ein leerer Sitz in der Sonnenbar neben mir schaut mit mir zusammen in leuchtend, schmerzende Ferne.

Einsame Feder


Einsame Feder Tintenlose Federspitze schneidet Papier in unfassbare Leere, schreibt mit jedem salz’gen Schlitze mich in Tränenverse, schweigende Schwere. In letztem Schwunge zu lesen, was sie einst schwärmend über die Seiten trug, die Brust, in der sie gewesen, aus pochendem Herz sie in Lüfte hob. Nur ihr in liebendem Wissen, schrieb sie noch in ihrem ruppigen Tod, der sie achtlos fortgerissen, wie gern sie einst mit ihr durchs Leben flog.

Mechanisches Atmen


Mechanisches Atmen Es ist kein Leben in der Angst Es ist kein Leben, worum du bangst, Es ist kein Leben. Es liegt der Tod mir im Nacken, greift Schlag um Schlag wie Zahnradzacken in meines Lebens tickendes Werk Tag für Tag. Verstaubtes Lungenbohren ohne Antrieb mit jedem Klacken, im Wochentakt herzverloren schließender Augenklappen. Es ist kein Leben, Es ist nur Atmen.