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Schlagwort: Lyrik

Der fließende Garten


Der fließende Garten Dem unendlichen Strom flüssig warmer Erdenluft anheim schwimme ich wie ein Wels auf dem kristallklaren Grund des plätschernden Frühlings. Kieselblumen himmlisch duftend zwischen blühendem Fels sich munter blubbernd recken aus dem grünem Meer zur blauen Sonne, deren Wellenstrahlarme den Himmel bedecken. Als läge ich in korallengras-buntem Blütenfang fliegt über mir ein Tagtraumschwarm, der Schmetterlinge Flossenschlag meines Herzens strömenden Blick entlang.   Wo jeder Gedanke Wolkenschilf um Märchen zieht, ein Federsamen in zarter Hand wehenden Sinnen flieht uralte Bäume zu pflanzen, in dir, der Göttin Irdenland, dort …liege… Read more Der fließende Garten

Schwere- lose Kost


Schwere-lose Kost Gedankenhungrig kauten meinen Augen alt erdachtes Brot. Auch Wolken, Sterne grübelten noch rangen selbst dem Regenbogen Geschmäcker ab. Der alten Gefühle satt, im Bauch so schwer, sah ich nur in des Himmels schwarz- und blau- verlorenem Meer jenes Salzkorn Hoffnung, das mir einen Tropfen lang trauernd schön, mit Zuversicht von der Wange rann. Sauersalzig- bittersüß verging mein Blick auf meiner Wimpern Lippen… Umami träumend nuckelten sie am Horizont.

Der stampfende Alte


Der stampfende Alte, betrat den verschneiten Bahnhofssteg, am Gleis zu suchen seinen Weg. Doch nicht wartend, wie es alte Sitte war, hüpfte er unter seiner Schritte Schar von Hügel zu gar allen Hügeln aus noch unberührtem Schnee, sie stampfend, spaßig glatt zu bügeln, so seine kindliche Idee. Ein Kind da stand so naseweis, so traurig frühe schon ein Greis, und sah des Alten freudig Spiel im Eis. Es schüttelte entrüstet seinen Schopf: „Verrückt, dieser tattrige Tropf! Hat bloß Flausen in seinem Kopf!“ Ich dachte mir: Da sannen so viele schon… Read more Der stampfende Alte

Im Café


Im Café, da bin ich nicht mehr ein Zeuge oder Voyeur als meine Sinne sich über die Tischkante zu strecken wagen. So sah ich sie ihr Ohrläppchen kneten, mit gestütztem Kinn – verloren lächelndem Blick – voll erotischer Wonne zu den Worten, Gesten ihres muntren Gegenübers hin zu schmelzen, versinken. Ihre Pupillen tanzten Walzer, seine Augen zärtlich in ihren Wimpern haltend. Ihre Wangen trugen Rot, wiegend in seiner Verse Takt… den Kopf innig warm zu seinem Antlitz geneigt. So wie ihre Welt bilderrauschend zu meinem Tisch geweht, so entrückt mein… Read more Im Café

Geist dieser Zeit


Geist dieser Zeit Als die Sonne schien, da nahm ich deine Hand und lächelte dir zu, voller Glück, aller Tage Liebesband mit dir zu teilen. Als der Regen kam, als ich sah, wie du strauchelnd fielst, noch im Fallen dich an mir hieltst, da ließ ich dich los, wankend, taumelnd im Wind, voller Glück, nicht mit gleichem Los neben dir zu sinken. Als du zu Boden und ich weiter meiner Wege ging, sah ich nur nach vorn, den Weg ohne deiner Hand Halt suchenden Last, wie gut, dass du… nicht… Read more Geist dieser Zeit

Es gab ein Bild


Es gab ein Bild… Das wir gemeinsam malten, dessen Farben aus Träumen zu einem fernen Blick gerührt, noch immer nah meiner Augen Wände ziert. Es gab ein Bild… Das… Kreideskizzen von Glück auf unsrer Himmel Streifen zu zeichnen, Wegzweige, Wolken und Meere ineinander webte. Es gab ein Bild… Das wir gemeinsam sahen, das in Händehalten am Horizont, einem stillen Wunsch gelegen, zärtlich in uns lebte. Es… gab ein Bild… Das… wir gemeinsam… verloren und übermalt… von schwarzen Pinseln geführt, noch immer bunt meiner Augen Wände ziert.

Als ich die Guillotine überlebte


Als ich die Guillotine überlebte,   rollten meine Gedanken hinüber zu ihnen, jenen kopflosen Kinderfressern, die mich zum Mahle gerufen, noch aufrecht schienen, die Welt stets mit Messern zu bessern.   Als ich die Guillotine überlebte,   starb nur der geringste Teil von mir, doch ich, die Idee, weile noch heute hier.

Nächtlicher Muppet


Nächtlicher Muppet „Dumm-di-dumm-di-dumm!“ schleicht polternd sich mit Getöse und Gebrumm ein fellig Wesen, treibt sich in meinen Gedanken rum. Nagt mal hier, mal dort an Zweifeln, Ängsten, an meinem Ruhekissen am allerlängsten, beißt sofort in mein Gewissen, und kaut mir in mein Ohr: „Ich bin‘s, dein Grübelmonster, zerreiße Nerven mit allem Komfort!“